Blende und Blendenzahl

Kurz gesagt
- Die Blende ist die verstellbare Öffnung im Objektiv.
- Die Blendenzahl ist ein Verhältnis: kleinere Zahl, größere Öffnung, mehr Licht.
- Offene Blenden (f/1.8, f/2.8) lassen den Hintergrund verschwimmen; geschlossene (f/8, f/11) halten mehr im Schärfebereich.
- Die meisten Objektive sind etwa zwei Stufen abgeblendet am schärfsten.
Die Öffnung im Objektiv
In den meisten Objektiven sitzt ein Kranz aus dünnen Lamellen, der sich zu einem kleineren Loch schließen kann. Dieses Loch ist die Blende. Öffnest du sie, kommt mehr Licht durch; schließt du sie, weniger.
Warum die Zahlen verkehrt herum wirken
Die Blendenzahl ist die Brennweite des Objektivs geteilt durch den Durchmesser der Öffnung. Bei einem 50-mm-Objektiv entspricht eine 25 mm breite Öffnung f/2, eine etwa 6 mm breite Öffnung f/8.
Weil es ein Bruch ist, bedeutet eine größere Zahl ein kleineres Loch. Lies „f/8“ einfach als „ein Achtel“: Ein Achtel ist weniger als ein Halb.
Die ganzen Standardstufen sind f/1.4, 2, 2.8, 4, 5.6, 8, 11, 16, 22. Jeder Schritt halbiert das Licht. Die Zahlen wachsen jeweils um etwa den Faktor 1,4 (die Wurzel aus 2), weil die Fläche eines Kreises vom Quadrat seines Durchmessers abhängt.
Blende und Schärfentiefe
Die Blende ist das wichtigste Werkzeug, um zu steuern, wie viel der Szene scharf ist. Bei f/1.8 kann eine Person scharf sein, während der Hintergrund weich verschwimmt. Bei f/11 ist eine Landschaft von den Blumen zu deinen Füßen bis zu den Bergen scharf.
Die Schärfentiefe hängt auch von Abstand und Brennweite ab: Näher herangehen oder heranzoomen macht sie geringer.
Die richtige Blende wählen
Porträts und wenig Licht: offen, etwa f/1.8 bis f/2.8.
Gruppen und Street: mittel, etwa f/5.6 bis f/8.
Landschaft und Architektur: f/8 bis f/11.
Meide die kleinsten Blenden (f/16 bis f/22), wenn du sie nicht brauchst: Licht wird an den Rändern einer sehr kleinen Öffnung gebeugt (Beugung), und das ganze Bild wird etwas weicher.