Verschlusszeit und Bewegung

Kurz gesagt
- Die Verschlusszeit ist die Dauer, in der der Sensor belichtet wird, meist ein Bruchteil einer Sekunde.
- Kurze Zeiten (1/1000 s) frieren Bewegung ein; lange Zeiten (1 s und mehr) machen Bewegung zu Unschärfe.
- Doppelte Zeit bedeutet doppeltes Licht: eine Stufe.
- Aus der Hand solltest du ungefähr 1 / Brennweite oder kürzer belichten, um Verwacklung zu vermeiden.
Wie lange das Licht hereinkommt
Die Verschlusszeit wird in Sekunden oder Sekundenbruchteilen angegeben: 1/4000, 1/250, 1/30, 1", 30". Jede Halbierung oder Verdopplung der Zeit entspricht einer Lichtstufe.
Einfrieren und verwischen
Kurze Verschlusszeiten stoppen Bewegung. Ein rennendes Kind braucht etwa 1/500 s; ein fliegender Vogel oder ein Ball im Spiel eher 1/2000 s.
Lange Zeiten zeichnen Bewegung als Spur auf. Ab etwa 1/2 s bis zu einigen Sekunden wird fließendes Wasser seidig und weich. Mehrere Sekunden oder Minuten verwandeln Autolichter in Linien und lassen Menschenmengen von einem Platz verschwinden.
Der Wasserfall im Foto oben wurde mit Langzeitbelichtung aufgenommen: Die Felsen bleiben ruhig und scharf, das Wasser wird zu einem glatten Schleier.
Verwacklung
Wenn du die Kamera in der Hand hältst, verschmieren kleine Bewegungen bei langen Zeiten das ganze Bild. Eine klassische Faustregel: Belichte nicht länger als 1 geteilt durch die Brennweite – etwa 1/50 s bei 50 mm, 1/200 s bei 200 mm. Bei Kameras mit kleinerem Sensor (Crop) multiplizierst du die Brennweite vorher mit dem Crop-Faktor.
Ein Bildstabilisator erlaubt einige Stufen längere Zeiten, beruhigt aber nur die Kamera, nicht das Motiv. Für noch längere Zeiten nimm ein Stativ oder leg die Kamera auf etwas Festes.
Typische Zeiten
Sport und Tiere: 1/1000 s oder kürzer.
Menschen im Alltag: 1/125 bis 1/250 s.
Aus der Hand in dunklen Räumen: 1/30 bis 1/60 s mit Stabilisator.
Wasser und Nachtszenen vom Stativ: 1/2 s bis 30 s.