Feuerwerk fotografieren: Einstellungen und Tipps, die funktionieren

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Bild: Excounter, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Feuerwerk wirkt schwierig, weil es im Dunkeln stattfindet und nur einen Moment dauert, doch die Methode ist einfach und wiederholbar. Die Kamera steht ruhig auf dem Stativ, die Einstellungen bleiben fest, und du entscheidest nur, wann du den Verschluss öffnest und schließt. Die meiste Arbeit passiert vor Beginn der Show: einen Platz wählen, scharfstellen und eine Ausgangsbelichtung einstellen. Dieser Ratgeber geht jeden Schritt durch und ergänzt eine Handy-Variante sowie ein paar Regeln für rücksichtsvolles Verhalten.

Ausgangseinstellungen

EinstellungStartwertAbschnitt
ModusManuell (M)4
Blendef/8–f/114
ISO100–2004
VerschlussBulb oder etwa 2–8 s5
FokusManuell, auf die Entfernung der Explosionen3
WeißabgleichTageslicht4
AuflageStativ und Fernauslöser oder 2-Sekunden-Timer2

1Plane deinen Standort

Dein Standort entscheidet mehr als jede Einstellung. Der Rauch der ersten Raketen treibt mit dem Wind, und wenn er auf dich zu zieht, werden spätere Explosionen zu einem diffusen Schein. Ein Vordergrund wie eine Skyline, eine Brücke oder Wasser verleiht dem Foto Ortsbezug und Größenverhältnis.

Gute Plätze sind schnell belegt, also komm lange vor der Show und finde heraus, wo das Feuerwerk gezündet wird.

So geht's
  • Prüf die Windrichtung und stell dich gegen den Wind, damit der Rauch von dir und der Kamera wegzieht.
  • Such einen Platz mit freiem Blick in den Himmel und einem interessanten Vordergrund: Gebäude, ein Wahrzeichen, eine Spiegelung im Wasser.
  • Sei mindestens eine Stunde früher da (bei großen Veranstaltungen mehr), um Platz für ein Stativ zu haben.
  • Finde den Abschussort vorab über die Veranstaltungsseite oder Einheimische heraus und richte die Kamera aus, bevor es dunkel wird.

2Nutze ein Stativ und einen Fernauslöser oder Timer

Jedes Feuerwerksfoto ist eine Langzeitbelichtung von einigen Sekunden. Niemand kann eine Kamera so ruhig halten, also braucht sie eine feste Auflage und muss ohne Berührung ausgelöst werden.

So geht's
  • Stell das Stativ auf festen Boden, zieh zuerst die dickeren Beinsegmente aus und lass die Mittelsäule unten.
  • Nutze einen Fernauslöser, die Handy-App der Kamera oder den 2-Sekunden-Selbstauslöser, damit das Drücken die Kamera nicht erschüttert.
  • Schalte den Bildstabilisator aus, solange die Kamera auf dem Stativ steht.
  • Kein Stativ? Leg die Kamera auf eine Mauer oder ein Geländer und stütz sie mit einer Tasche oder Jacke ab.

3Manuell scharfstellen und fixieren

Der Autofokus tut sich am dunklen Himmel schwer und pumpt womöglich genau dann, wenn eine Rakete explodiert. Feuerwerk ist weit weg, also kannst du einmal scharfstellen und es für die ganze Show so lassen.

So geht's
  • Fokussiere vor der Show per Autofokus auf ein entferntes helles Licht (eine Straßenlaterne, ein beleuchtetes Gebäude) in etwa der Entfernung der Explosionen, dann schalte Objektiv oder Kamera auf manuellen Fokus (MF).
  • Oder stell bei der ersten Explosion mit der vergrößerten Live-Ansicht scharf und schalte dann auf MF.
  • Kleb ein Stück Klebeband auf den Fokusring, damit er nicht verstellt wird.
  • Prüf das erste Bild vergrößert auf dem Display und stell neu scharf, wenn die Spuren weich aussehen.

4Blende, ISO und Weißabgleich einstellen

Feuerwerk ist eine helle Lichtquelle, keine dunkle Szene. Eine mittlere Blende und niedrige ISO verhindern, dass die bunten Spuren ausbrennen, sorgen für großen Schärfebereich und halten den dunklen Himmel sauber statt körnig.

Nutze den manuellen Modus (M), damit die Kamera den schwarzen Himmel nicht aufhellt und die Explosionen ausbleicht. Die Werte hier sind Startpunkte; passe sie nach den ersten Bildern an.

So geht's
  • Stell die Kamera auf manuell (M) und fotografiere wenn möglich in RAW.
  • Beginne bei f/8; geh auf f/11, wenn die Spuren zu hell und dick wirken, auf f/5.6, wenn sie schwach aussehen.
  • Bleib bei ISO 100–200. Höhere ISO hellt den Himmel auf und bringt Rauschen, ohne die Spuren schöner zu machen.
  • Stell den Weißabgleich auf Tageslicht (etwa 5.500 K), damit die Farben natürlich und von Bild zu Bild gleich bleiben. Schalte den Blitz aus.

5Den Verschluss timen: Bulb oder ein paar Sekunden

Die Verschlusszeit bestimmt, wie lang die Spuren sind und wie viele Explosionen in einem Bild landen. Im Bulb-Modus bleibt der Verschluss offen, solange du die Taste des Fernauslösers hältst – so kannst du dem Rhythmus der Show folgen. Eine feste Zeit von etwa 2–8 Sekunden funktioniert auch und ist einfacher.

Der Himmel ist dunkel, eine längere Belichtung fügt also vor allem mehr Spuren hinzu. Das Risiko sind zu viele sich überlagernde Explosionen, die zu einem hellweißen Fleck verschmelzen.

Bild: Daniel Guillin, CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
So geht's
  • Öffne den Verschluss, sobald du einen Abschuss hörst oder siehst, noch bevor die Rakete explodiert, und schließ ihn, wenn die Explosion verblasst.
  • Ziel auf etwa ein bis drei Explosionen pro Bild; beim dichten Finale verkürze die Belichtung auf etwa 1–2 s.
  • Sind die Spuren weiß ausgefressen, verkürze die Belichtung oder blende um eine Stufe ab, statt die ISO weiter zu senken.
  • Mach viele Bilder: Fotografiere die ganze Show hindurch und wähle später die besten aus.

6Den Bildausschnitt gestalten

Feuerwerk steigt auf und breitet sich aus, also braucht das Bild Platz über dem Geschehen. Ein Hochformat passt zu hohen Einzelexplosionen und hohen Wahrzeichen, ein Querformat zu einer breiten Skyline oder mehreren Explosionen nebeneinander. Mit der Stadt oder einem Wahrzeichen im Bild wirkt das Foto wie eine bestimmte Nacht, nicht nur wie Farbe auf Schwarz.

Bild: Joe Ravi, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
So geht's
  • Nutze die ersten Explosionen, um den Ausschnitt zu prüfen, und lass die Kamera dann so ausgerichtet.
  • Lass über den Explosionen freien Himmel, damit die Spitzen der Spuren nicht abgeschnitten werden; zoom im Zweifel etwas heraus.
  • Probier Hochformat für ein einzelnes Wahrzeichen und Querformat für eine Skyline.
  • Halte den Horizont gerade und platziere den Vordergrund weit unten im Bild.

7Feuerwerk mit dem Handy fotografieren

Handys können gute Feuerwerksfotos machen, wenn sie ruhig gehalten werden und die Langzeitbelichtungsfunktionen genutzt werden. Normale Schnappschüsse aus der Hand werden meist zu kleinen Punkten oder verwischten Streifen.

So geht's
  • Nutze einen Nachtmodus, eine Langzeitbelichtungsoption (etwa Live Photo mit Langzeitbelichtung beim iPhone) oder einen Pro-Modus mit etwa 1–4 s Verschlusszeit und der niedrigsten ISO.
  • Stell das Handy auf ein kleines Stativ oder stütz es an etwas Festem ab, und löse per Timer oder mit der Lautstärketaste eines Kopfhörers aus.
  • Schalte den Blitz aus; er kann den Himmel nicht beleuchten und erhellt nur Köpfe und Rauch in der Nähe.
  • Tipp zum Fokussieren auf die erste Explosion und sperr Fokus und Belichtung, wenn das Handy es erlaubt. Verzichte auf Digitalzoom.

8Sicher und rücksichtsvoll bleiben

Ein gutes Foto ist keine Verletzung wert und auch keinen verdorbenen Abend für die Menschen um dich herum. Organisierte Shows haben aus gutem Grund Sicherheitszonen, und an vielen vollen Orten sind Stative eingeschränkt.

So geht's
  • Halte deutlich Abstand vom Abschussbereich und folge Absperrungen und Anweisungen des Personals; bei privaten Feuerwerken bleib wenn möglich mindestens hundert Meter entfernt.
  • Prüf vorher die örtlichen Regeln: Manche Orte erlauben keine Stative, keine Drohnen oder kein Stehen in bestimmten Bereichen.
  • Bau am Rand der Menge auf, damit dein Stativ und deine erhobenen Arme niemandem die Sicht nehmen.
  • Nimm eine kleine Taschenlampe mit Rot- oder gedimmtem Licht mit, und achte auf deine Stativbeine, damit im Dunkeln niemand stolpert.

Vor der Show

  • Stativ und Fernauslöser (oder 2-Sekunden-Timer)
  • Geladener Ersatzakku und leere Speicherkarte
  • Manueller Modus, f/8, ISO 100–200
  • Manueller Fokus eingestellt und abgeklebt
  • Bulb oder etwa 2–8 s Verschlusszeit
  • Weißabgleich Tageslicht, Blitz aus
  • Stabilisator auf dem Stativ aus
  • Kleine, gedimmte Taschenlampe

Quellen

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