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RAW oder JPEG und Dynamikumfang

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RAW oder JPEG und Dynamikumfang
Bild: Krzysiu, CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Kurz gesagt

  • RAW sind die Sensordaten vor der Verarbeitung; JPEG ist ein fertiges, komprimiertes Bild.
  • Ein typisches JPEG speichert 256 Stufen pro Farbkanal, eine RAW-Datei Tausende.
  • Mit RAW holst du helle Himmel und dunkle Schatten zurück und änderst den Weißabgleich frei.
  • JPEG reicht, wenn das Licht einfach ist und du schnell kleine Dateien brauchst.

Was eine RAW-Datei ist

Eine RAW-Datei hält fest, was jedes Pixel auf dem Sensor gemessen hat, plus Notizen zu den Kameraeinstellungen. Sie ist noch kein fertiges Bild: Die Farben sind nicht ausgerechnet, keine Kontrastkurve ist angewendet und nichts ist geschärft.

Deshalb wirkt ein unbearbeitetes RAW oft flau und matt. Auf dieser Seite siehst du dasselbe Foto in drei Varianten: das unbearbeitete RAW, das RAW nach der Bearbeitung und das JPEG aus der Kamera. Die flaue Version enthält die meisten Informationen, auch wenn sie am schlechtesten aussieht.

Was JPEG macht

Fotografierst du in JPEG, übernimmt die Kamera die Verarbeitung: Sie stellt den Weißabgleich ein, fügt Kontrast und Sättigung hinzu, reduziert Rauschen, schärft und speichert dann das Ergebnis.

Dabei geht zweierlei verloren. Erstens wird das Bild auf 8 Bit pro Kanal reduziert. Zweitens wird es komprimiert: Feine Details, die dem Auge kaum auffallen, werden verworfen, damit die Datei kleiner wird. Jedes erneute Speichern eines JPEGs kostet wieder ein wenig.

Farbtiefe und Dateigröße

Die Farbtiefe (Bittiefe) gibt an, wie viele Helligkeitsstufen jeder Kanal aufzeichnen kann. 8 Bit ergeben 256 Stufen, 12 Bit 4.096, 14 Bit 16.384. Mehr Stufen bedeuten weichere Verläufe und mehr Spielraum zum Aufhellen oder Abdunkeln ohne Tonwertabrisse (sichtbare Streifen im Himmel).

Die Dateigrößen hängen von der Kamera ab, grob gilt: Ein 24-Megapixel-JPEG hat etwa 6–12 MB, das RAW etwa 25–35 MB. Komprimierte RAW-Varianten sind kleiner. Das sind ungefähre Werte.

Was du aus RAW zurückholen kannst

Lichter: Ein Himmel, der im JPEG rein weiß wirkt, hat im RAW oft noch Wolkenzeichnung – etwa eine Blendenstufe Reserve (ungefähr, je nach Kamera).

Schatten: Dunkle Bereiche lassen sich meist um mehrere Stufen aufhellen, bevor das Rauschen stört.

Weißabgleich: Bei RAW ist er nur eine Einstellung, die du später verlustfrei ändern kannst. Bei JPEG ist er fest eingerechnet, und Korrekturen verschieben die Farben weniger sauber.

Was RAW nicht retten kann: verfehlten Fokus, Bewegungsunschärfe und wirklich ausgefressene Bereiche (auf dem Sensor komplett weiß).

Dynamikumfang

Der Dynamikumfang ist die Spanne vom dunkelsten bis zum hellsten Ton, der noch mit Zeichnung aufgenommen werden kann. Er wird in Blendenstufen gemessen; jede Stufe bedeutet doppelt so viel Licht.

Eine sonnige Szene mit tiefen Schatten kann 15–20 Stufen umfassen. Moderne große Sensoren erfassen bei Basis-ISO rund 12–14 Stufen, bei hoher ISO weniger. Ist die Szene größer als der Sensor, muss etwas abgeschnitten werden: Entweder wird der Himmel weiß oder die Schatten werden schwarz.

Handys umgehen ihre kleinen Sensoren mit HDR-Stacking: Sie machen mehrere schnelle Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung und verrechnen sie. Das funktioniert bei ruhigen Szenen gut, kann bei bewegten Motiven aber Geisterbilder hinterlassen.

RAW+JPEG – und wann JPEG reicht

Die meisten Kameras können beides gleichzeitig speichern. Du bekommst ein JPEG zum sofortigen Teilen und ein RAW als Rückfallebene, auf Kosten von mehr Speicherplatz.

JPEG reicht bei gleichmäßigem, weichem Licht, bei Veranstaltungen, nach denen du schnell Hunderte Fotos teilst, bei Sport-Serienbildern, wenn der Pufferspeicher zählt, und wenn dir gefällt, wie deine Kamera Farben wiedergibt.

Wähle RAW bei kontrastreichen Szenen, gemischtem oder schwierigem Licht, Nachtaufnahmen und jedem Bild, das du später ernsthaft bearbeiten möchtest.

Quellen

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